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60 Jahre Metallwarenfabrik Peternier AG
 

Die einst in Luzern und seit 1987 in Kriens ansässige Metallwarenfabrik Peternier AG feiert im August 2011 ihr 60 jähriges Firmenjubiläum und setzt mit dem bevorstehenden Generationenwechsel einen weiteren Meilenstein in ihrer erfolgreichen Geschichte. Eigentlich wäre das Unternehmen noch ein paar Jahre älter, denn 1951 erwarb der Luzerner Kaufmann Henri Peternier die damalige Metallwarenfabrikation H.Maag GmbH. Herr Maag, der damalige Besitzer, wanderte nach Kanada aus, weil er der politischen Lage in Europa nicht mehr traute. Im Osten standen die riesigen Armeen Stalins bereit, im Westen hatten die Alliierten ihre Streitkräfte reduziert. In Wien waren noch die Russen, Deutschland war endgültige geteilt, Frankreich und Italien waren durch innenpolitische Kämpfe und Generalstreiks erschüttert worden, Mao führte die Kommunisten in China an die Macht und in Korea tobte der Krieg. Viele befürchteten, wie Maag, dass der Kommunismus auch in Westeuropa Einzug halten würde. Die Geschichte hat es anders gewollt und das waren das Glück und der Anfang einer soliden Unternehmung. Henri Peternier stieg mit einem bisherigen Arbeitskollegen, der als Techniker das unerlässliche Know-How mitbrachte ein. In der vom Weltkrieg weitgehend verschonten Schweiz zog die Konjunktur immer mehr an. Es war eine günstige Zeit den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Nur ein Schatten legte sich auf die Jungunternehmer. Sie erhielten von der Luzerner Kantonalbank trotz beruflichem Leistungsausweis und einwandfreiem Leumund kein Startkapital. Für die beiden freisinnigen Unternehmer war das eine bittere Enttäuschung. Durch das Engagement ihrer Familien und einer anderen Luzerner Bank kam das nötige Kapital dennoch zusammen und im August 1951 konnte die geplante Übernahme erfolgen.

 

Stellt man die Frage nach dem langjährigen Erfolgsrezept, ist die Antwort “Flexibilität” oder plakativer “Vielfalt statt Fliessband“. Ohne eigene Markenprodukte und deshalb auch ohne produktebezogene Vermarktung sind Flexibilität, schnelle Fabrikation und kundennahe Beratung die tragenden Pfeiler dieser neuen industrialisierten Form des Handwerks. Durch all die Jahre hindurch, auch in konjunkturell schwierigen Zeiten, konnte man auf die Bedürfnisse des Marktes und der breit abgestützten Kundschaft schnell eingehen. Die weise Entscheidung des Firmengründers, sich nicht zu fest an Grosskunden zu binden, sondern eine vielseitige, vor allem lokale Kundschaft zu pflegen, zahlte sich aus und hat vermutlich dazu beigetragen, dass die Metallwarenfabrik Peternier AG auch heute noch solide da steht. So kann sie auch als Zulieferer die ganze Bedarfspalette an metallischen Halb- und Fertigfabrikaten vom global tätigen Konzern bis hin zum einzelnen Privatkunden abdecken. Wenn man zum Beispiel Treppen, Podeste, Reklameständer, Solarbauteile und vieles mehr erblickt, so bewundert man ohne es zu wissen Produkte der Metallwarenfabrik Peternier AG. Angesichts dieser breiten Angebotpalette ist das Unternehmenscredo “Ihr Partner für die Metallbearbeitung” wohl kaum übertrieben. Doch das alleine genügt heute nicht mehr es, braucht mehr. Ein wichtiger Kundenkreis ist an metallischen Teilen für Einzellösungen, Prototypen und Kleinserien interessiert. Wenn etwa Entwicklungsingenieure, Designer, Monteure oder Architekten spezielle metallische Teile oder Konstruktionen brauchen, sind Qualität, Termingarantie und technische Innovation gefragt. Diese drei Stärken bedingen die erwähnte Flexibilität, die ein besonders Merkmal der KMU Betriebe allgemein sind. Nur so läuft es, wie man zu sagen pflegt, alles nach Plan. Heute ist es zudem wichtig den Kunden von der Planungs- über die Konstruktionsphase bis zum Endprodukt beraten und begleiten zu können. Dies unabhängig davon, ob es sich um Kleinteile im Millimeterbereich oder um Metallkonstruktionen von mehreren Metern handelt. Moderne Maschinen ermöglichen alle erdenklichen Formgebungen und Verbindungstechniken, ganz egal ob es um Baustahl, nichtrostenden Stahl, Aluminium oder Buntmetalle geht. Am Schluss steht die gewünschte Oberflächenveredelung, um dem Bauteil die benötigte Lebensdauer zu verleihen. Trotz des technologischen Fortschritts hat sich ein handwerkliches Kleinod im Betrieb bis heute erhalten. Man verfügt noch über das seltene Know-how des manuellen Metalldrückens. Dieses ermöglicht das Formen runder Hohlteile, wie z.B. Schalen, Reflektoren oder Uhrengehäusen. Heute werden vor allem anspruchsvolle Einzelteile oder Kleinserien nachgefragt, für welche eine industrielle Fertigung nicht lohnend ist. So ist die Metallwarenfabrik Peternier AG nebenbei noch Hüterin eines alten Kulturgutes.

 

Die langjährige Firmenphilosophie bedingt eine feste Verankerung in einer entsprechenden Unternehmenskultur. Das war vor 60 Jahren genauso aktuell wie heute. Zuerst der unermüdliche Einsatz der Führung für Betrieb und Mitarbeitende. Man kannte sich gegenseitig aus dem täglichen Geschäft bestens, Stärken und Schwächen blieben nicht verborgen. Man hatte auch persönliche Banden geknüpft, so etwa spielten ein paar Mitarbeitende zusammen in der renommierten Luzerner Bürgermusik oder standen in den Reihen des FCL. Als dieser damals Cupsieger wurde, waren die Fussballhelden aus der Metallwarenfabrik in aller Leute Mund. Henri Peternier war ein Abkömmling französischer Hugenotten, die sich im 16. Jahrhundert in Zofingen niederliessen. Das wäre weiter nicht erwähnenswert, wenn seine protestantische Arbeitsethik die Firmenführung nicht entscheidend mitgeprägt hätte. Dazu gehörten Aufrichtigkeit, Vertragstreue, Diskretion und persönliche Sparsamkeit. Für ihn war es besonders eine Verpflichtung den Ertrag aus der geschäftlichen Tätigkeit zum Nutzen und zur Unabhängigkeit der Firma einzusetzen. Es galt mit Neuinvestitionen dem technologischen Fortschritt zu folgen und gleichzeitig den gesellschaftlichen Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitenden nachzukommen. So ging es der Besitzerfamilie nicht zuerst um persönlichen Reichtum, sondern um das Gesamtwohl der Firma. Selbstredend dafür war die Tatsache, dass Henri Peternier als Einziger im Betrieb kein Auto besass. Auch die Bereitschaft Generationen von jungen Leuten eine Lehre oder Anlehre als Anlagen- und Apparatebauer zu ermöglichen, um ihnen anderswo oder im eigenen Betrieb eine berufliche Zukunft zu öffnen, gehörte dazu. Diesem Aspekt mass auch der Nachfolger des Firmengründers, sein jüngster Sohn Philipp Peternier in den letzten 40 Jahren grosse Bedeutung zu. So kann er Ende 2011 die Firma in einem wohl vorbereiteten Generationenwechsel seinem heutigen Betriebsleiter Simon Bucher übergeben. Simon Bucher, der selber aus einer KMU Familie stammt, hat schon seine Lehre im Betrieb absolviert und ist nach den notwendigen Lehr- und Wanderjahren in die Firma zurückgekehrt, um schrittweise in die zukünftige Verantwortung als alleinbesitzender Firmenchef hinein zu wachsen. Diese Zukunftsperspektive ist das eigentliche Jubiläumsgeschenk für die Firma und ihre Mitarbeitenden. Man blickt konkurrenzfähig und optimistisch in die Zukunft. Das ist für die KMU Szene der Region, die langjährigen Lieferanten und die Kunden eine gute Nachricht.